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Psychische Krise Berlin: Akute psychiatrische Hilfe finden

Akute psychische Krise in Berlin: Notfall, Berliner Krisendienst, SpD und weitere kurzfristige Versorgungswege sinnvoll voneinander unterscheiden.

4 Min. Lesezeit · Fachlich eingeordnet

Bei einer psychischen Krise ist die wichtigste Frage nicht zuerst, welche Diagnose vorliegt oder welches Therapieverfahren langfristig passt. Entscheidend ist: Welche Unterstützung wird jetzt benötigt, damit die Situation sicherer und wieder handhabbar wird?

Wenn es um unmittelbare Sicherheit geht

Bei akuter Selbst- oder Fremdgefährdung, einem medizinischen Notfall oder wenn Sie sich nicht sicher halten können, ist die reguläre Therapieplatzsuche nicht der richtige erste Weg. Rufen Sie in einer akuten Gefahrensituation den Notruf 112. Für psychosoziale Krisen und akute psychiatrische Notsituationen ist außerdem der Berliner Krisendienst rund um die Uhr erreichbar.

Was kann „akute psychische Krise“ bedeuten?

Krisen können sehr unterschiedlich aussehen: starke Verzweiflung, Panik, völlige Überforderung, massive Schlaflosigkeit, psychotische Symptome, eskalierender Substanzkonsum, Suizidgedanken, schwere Konflikte oder der Eindruck, die Kontrolle über die Situation zu verlieren. Nicht jede Krise ist automatisch ein medizinischer Notfall. Aber eine akute Verschlechterung sollte auch nicht wochenlang wie eine normale Therapieplatzsuche behandelt werden.

Welcher Weg passt zu welcher Dringlichkeit?

Unmittelbare Gefahr

Wenn eine Person akut gefährdet ist, sich oder andere zu verletzen, medizinisch schwer beeinträchtigt ist oder nicht sicher versorgt werden kann: 112.

Akute psychosoziale oder psychiatrische Krise

Der Berliner Krisendienst bietet rund um die Uhr Hilfe bei psychosozialen Krisen bis hin zu akuten psychiatrischen Notsituationen – telefonisch, persönlich und in zugespitzten Situationen auch vor Ort.

Passenden Krisendienst-Standort finden →

Dringende, aber planbare fachliche Einschätzung

Wenn keine unmittelbare Gefahr besteht, die Situation aber deutlich schlechter wird, können psychiatrische Praxis, psychotherapeutische Sprechstunde, PIA oder – abhängig vom Unterstützungsbedarf – Tagesklinik relevante nächste Wege sein.

Was Angehörige in einer Krise tun können

  • Fragen Sie konkret, wie sicher sich die Person im Moment fühlt.
  • Bleiben Sie bei akuter Unsicherheit möglichst nicht allein mit der Organisation der Situation.
  • Reduzieren Sie Diskussionen darüber, ob die Reaktion „berechtigt“ ist – organisieren Sie zunächst Sicherheit und Hilfe.
  • Bei unmittelbarer Gefahr holen Sie professionelle Notfallhilfe.
  • Wenn keine akute Gefahr besteht, helfen Sie beim konkreten nächsten Kontakt statt nur allgemein „Therapie“ zu empfehlen.

Berliner Krisendienst und Sozialpsychiatrischer Dienst: der Unterschied

Der Berliner Krisendienst ist rund um die Uhr auf Krisen ausgerichtet. Die Sozialpsychiatrischen Dienste der Bezirke beraten und vermitteln während ihrer Dienstzeiten und können bei komplexen Versorgungssituationen auch weitere Hilfen organisieren. Beide Angebote können sich ergänzen.

Was passiert nach der akuten Krise?

Eine Krise ist oft nicht mit einem einzelnen Notfallkontakt erledigt. Nach der unmittelbaren Stabilisierung sollte deshalb geklärt werden, welche Anschlussversorgung das Risiko einer erneuten Eskalation senkt: ambulante Psychotherapie, psychiatrische Behandlung, PIA, Tagesklinik, stationäre Weiterbehandlung, Suchtbehandlung oder psychosoziale Unterstützung.

Genau hier sollte die weitere Versorgung möglichst konkret werden: Wer übernimmt? Wann ist der nächste Termin? Was passiert, wenn es vorher wieder schlechter wird?

Nach der Krise den passenden Behandlungsrahmen finden

Der Berliner Versorgungsweg erklärt die Unterschiede zwischen ambulant, PIA, Tagesklinik, stationär und SpD.

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